Die MVG Wanderausstellung 'Die moderne Tram in Europa' zieht
weiter durch München. Sie illustriert anhand großformatiger
Fotos, anschaulicher Grafiken und informativer Texte, dass die
Straßenbahn in den vergangen Jahren vielerorts wieder zum
Mittel und Motor der Stadtentwicklung geworden ist. Mehr noch:
Die Renaissance vieler europäischer Innenstädte ist eng mit
der Renaissance der Tram verbunden.
Die Ausstellung beleuchtet die Beziehungen zwischen Stadt und
Verkehrsmittel in mehreren Themenbereichen. Die Besucher
können sich zum Beispiel über die Straßenbahn als
Gestaltungsaufgabe, das Verkehrssystem Straßenbahn und das
Thema 'Straßenbahn und Stadtbild' informieren. Eindrucksvolle
Fotos aus vielen europäischen Metropolen veranschaulichen die
unterschiedlichen Einzelaspekte zukunftsweisender
Trambahnsysteme, etwa die teils kühne Architektur moderner
Haltestellen, die Bedeutung der Tram als Standortfaktor und
Impulsgeber für lebendige Innenstädte oder das Fahrzeugdesign
von der 'Seidenraupe' in Lyon bis zur neuen Variobahn für
München. |
Münchens Tram steht am Beginn einer
nächsten Ausbauphase.
Die reich bebilderte Ausstellung verdeutlicht, dass sich
München damit in bester Gesellschaft befindet. Seit geraumer
Zeit ist die Straßenbahn wieder vielerorts in Europa Mittel
und Motor der Stadtentwicklung. Sie hat in vielen Städten eine
wesentliche Funktion bei der Wiederbelebung der Innenstädte,
der Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels sowie der
Stadterneuerung und der Stadterweiterung übernommen - unter
räumlichen, ökologischen, verkehrlichen und ästhetischen
Gesichtspunkten.
Umweltfreundlichkeit
Der Energieaufwand der Straßenbahn ist sehr niedrig: Fährt
eine Person mit der Straßenbahn statt mit dem Auto, verbraucht
sie auf der gleichen Strecke nur ein Fünftel so viel Energie.
Das liegt am geringen Rollwiderstand, am hohen
Energieausnutzungsgrad und am elektrischen Antrieb generell.
Die Energie, die beim Bremsen entsteht, wird dazu in das
Fahrstromnetz zurückgespeist.
Durch den Elektroantrieb fallen außerdem vor Ort keine
Emissionen an. Ein weiterer Vorteil der Straßenbahn ist die
geringe Lautstärke: Moderne Züge sind leise, besonders dann,
wenn sie auf Rasengleisen verkehren. Untersuchungen in Zürich
(H. Boesch: Die Langsamverkehrs-Stadt, Zürich 1992) haben
außerdem ergeben: Eine Straßenbahn kann 6 bis 7,5 Dezibel
lauter sein als ein Auto, um subjektiv gleichermaßen
belästigend empfunden zu werden. Der Lärm pro Fahrgast ist in
jedem Fall um ein Vielfaches geringer als beim PKW.
Attraktivitätsbonus
Wenn Straßenbahnen Busse ersetzen, führt dies meist zu höheren
Fahrgastzahlen. Dieser Straßenbahnbonus beträgt meist rund 25
Prozent, kann aber in Einzelfällen noch höher liegen. Ein
Beispiel: Als im Jahr 1997 die so genannte Münchner
Osttangente vom Max-Weber-Platz zum Ostfriedhof eröffnet
wurde, stieg die Nachfrage um etwa 50 Prozent gegenüber der
vorherigen Buslinie. Überhaupt wird die Tram immer beliebter
bei den Münchnern: Die Linien 18/19 konnten zwischen 1995 und
2005 einen Zuwachs an Fahrgästen von rund 30 Prozent
verzeichnen, bei der Linie 27 waren es sogar 45 Prozent.
Insgesamt stieg die Zahl der Fahrgäste zwischen den Jahren
1995 und 2005 um rund 20 Prozent.
Flexibilität
Kein anderes leistungsfähiges Verkehrsmittel ist baulich so
flexibel wie die Straßenbahn: Auf schnellen Strecken mit
besonderem Bahnkörper ergeben sich Reisezeitgewinne, in
zentralen Lagen können Straßenbahnen durch enge Radien bis ins
Zentrum gelangen und daher eine optimale Feinerschließung von
Innenstädten ermöglichen.
Benutzerfreundlichkeit
Die Tram ist ein sicheres und benutzerfreundliches
Verkehrsmittel. Die Fahrgäste können sich leicht orientieren
und müssen keine Stufen nehmen, um in die Fahrzeuge zu
gelangen. Die Züge laufen ruhig, der Fahrkomfort ist hoch. Und
die Parkplatzsuche, gerade in der Münchner Innenstadt,
entfällt. Das Trambahnnetz ist eng geknüpft: Man muss nicht
weit laufen, um zu einer Haltestelle zu gelangen. Die
Straßenbahnen fahren in geringen Abständen und die Wartezeiten
sind sehr kurz.
| |
|
Eleganz und Ästhetik auf
Schienen |
| |
|
|
 |
|
 |
|
Montpellier
(Foto: Viennaslide) |
|
Montpellier
(Foto: Viennaslide) |
| |
|
|
 |
|
 |
|
München
(Foto: ergon3) |
|
Marseille
(Foto: C. Groneck) |
| |
|
|
 |
|
 |
|
Bordeaux
(Foto: Viennaslide) |
|
Orleans
(Foto: Viennaslide) |
| |
|
|
|