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FAQ

  1. Warum ist eine neue Tram nach St. Emmeram notwendig?
    Die Stadt München möchte langfristig eine stadtverträgliche Mobilität, wobei alle Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung auf umweltgerechte Verkehrsmittel höchste Priorität haben. Darüber hinaus ist es Ziel, die Stadtteile durch eine entsprechende Stadtteilentwicklung auch dezentral zu stärken. Basierend auf diesen grundsätzlichen Zielen und einer verkehrlichen Prognose war die Tramneubaustrecke vom Effnerplatz nach St. Emmeram von Anfang an Bestandteil des Nahverkehrsplans der Landeshauptstadt München. Durch diese Strecke wird die bereits seit den 60er Jahren geplante Erschließung der Stadtteile Bogenhausen und Oberföhring mit einem leistungsfähigen und umweltfreundlichen öffentlichen Personennahverkehr nun umgesetzt.

  2. Wie sieht der Verlauf der Tramstrecke aus?
    Die Tram fährt vom Effnerplatz über die Effnerstraße in die Englschalkinger Straße, vorbei am Klinikum Bogenhausen. Sie biegt dann in die Cosimastraße ein und endet im Bereich der jetzigen Bushaltestelle St. Emmeram, wendet dort und fährt wieder zurück zum Effnerplatz. Auf der ca. 4,3 km langen Neubaustrecke sorgen 9 Haltestellen für kurze Wege zwischen Wohnung und Haltestelle sorgen. Der Anschluss an die U-Bahnlinie U4 ist an der Haltestelle Arabellapark / Klinikum Bogenhausen gegeben.

    Das Besondere an der Neubaustrecke ist, dass die Tram über die gesamte Länge auf einem Rasengleis im Mittelstreifen der Straße fährt. Das heißt, sie ist zu 100% vom Individualverkehr baulich abgegrenzt und in Verbindung mit einer Priorisierung des öffentlichen Verkehrs an den Knotenpunkten entsteht hier eine "grüne Welle nach St. Emmeram".

  3. Welche Linie fährt künftig nach St. Emmeram?
    Ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 wurde die Tram 16 nach St. Emmeram verlängert. Ihre Route führt vom Romanplatz über Sendlinger Tor, Max-Weber-Platz und Effnerplatz nach St. Emmeram. Die Tram 18 vom Gondrellplatz fährt dafür statt wie bisher über Max-Weber-Platz (Haidhausen) nun über Maxmonument (Lehel) zum Effnerplatz. In der morgendlichen Hauptverkehrszeit endet die Linie 18 nicht am Effnerplatz, sondern bedient zusätzlich auch den Abschnitt nach St. Emmeram und ermöglicht dadurch hier einen 5-Minuten-Takt.

  4. Wurden andere Streckenführungen und Varianten geprüft?
    Die Führung nach Johanneskirchen wurde in der "Integrierten ÖPNV-Planung" im Rahmen einer "ÖPNV-Maximalvariante" untersucht. Dabei zeigte sich, dass eine Anbindung der Tram in Johanneskirchen zusätzlich zur geplanten U-Bahn in Englschalking an die Flughafen-S-Bahn lediglich Fahrgäste von der U-Bahn nach Englschalking abzieht. Ferner wurde für das Teilstück Cosimastraße - Johanneskrichen eine geringe Auslastung prognostiziert, da dieser Bereich bereits sehr gut durch den S-Bahnhof Johanneskirchen an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden ist. Entsprechend dem Gutachtervorschlag wurde daher seinerzeit vom Stadtrat einstimmig beschlossen, der Führung der Tram nach St. Emmeram den Vorzug zu geben.

  5. Wäre auch ein Bus oder eine U-Bahnstrecke möglich gewesen?
    Für die Frage nach dem geeigneten Verkehrsmittel ist zunächst die Anzahl der zu erwartenden Fahrgäste von entscheidender Bedeutung. Neben einer Erschließung der Stadtteile Bogenhausen und Oberföhring mit der Tram wurde auch eine Weiterführung der Busanbindung geprüft. Um mit Bussen die erforderliche leistungsfähige Verbindung in der Zukunft zwischen Effnerplatz und St. Emmeram herzustellen, wäre eine erheblich höhere Anzahl an Bussen erforderlich. Dies würde zu Verkehrsproblemen auf der Englschalkinger Straße und der Cosmiastraße führen.
    Einmal davon abgesehen, dass die Baukosten für eine U-Bahn pro Kilometer um den Faktor 10 höher wären als bei der Tram, wäre auch keine ausreichende Auslastung der U-Bahn im Bereich der Cosimastraße gegeben. Das prognostizierte Fahrgastaufkommen ließe keinen wirtschaftlichen Betrieb der U-Bahn zu, eine Finanzierung des Baus mit Fördermitteln von Bund und Land wäre nicht möglich. Auch der Erschließungseffekt wäre durch die geringere Zahl möglicher Haltestellen schlechter.

  6. Hat der Stadtrat das Projekt befürwortet?
    Die Tram St. Emmeram ist Bestandteil der "Integrierten ÖPNV-Planung" der Landeshauptstadt München, die einstimmig von der Vollversammlung des Stadtrates am 13.03.1991 beschlossen wurde. Die "Integrierte ÖPNV-Planung" bildete auch die Basis für den ersten Nahverkehrsplan der Landeshauptstadt München, der am 05.07.1997 in Kraft gesetzt und 2005 aktualisiert wurde. Auch darin war und ist die Tram St. Emmeram bis heute enthalten.
    Mit Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates am 02.07.2008 ("Trassierungsbeschluss") sind die Stadtwerke München GmbH, Unternehmensbereich Verkehr beauftragt worden, bei der Regierung von Oberbayern den aktualisierten Antrag auf Planfeststellung einzureichen und das Projekt zu realisieren. Der Antrag wurde am 04.09.2008 von den SWM bei der Regierung von Oberbayern eingereicht und mit Bescheid der Regierung von Oberbayern vom 18.09.2009 genehmigt.


  7. Wer hat einen Nutzen von der neuen Tramstrecke?
    In den Stadtteilen Bogenhausen und Oberföhring wird sich die Siedlungstätigkeit weiter fortsetzen, was zu einem Zuwachs an Einwohnern und Arbeitsplätzen führen wird. Ferner erzeugt das Entwicklungsgebiet ehem. Prinz-Eugen-Kaserne zusätzlichen Verkehr auf der Cosimastraße. All diese Entwicklungen haben verkehrliche Auswirkungen, die jetzt schon spürbar sind. Es ist daher dringend nötig, den derzeitigen und zukünftigen BewohnerInnen ein leistungsstarkes und umweltschonendes Verkehrsmittel wie die Tram zur Verfügung zu stellen. Durch die städtebauliche Entwicklung im Einzugsbereich der neuen Tramstrecke kann somit künftig ein zusätzliches Potential von insgesamt ca. 5000 Einwohnern und ca. 900 Arbeitsplätzen hochwertig erschlossen werden. Die Tram ermöglicht eine Fahrzeitersparnis z. B. ins Lehel und in die östliche und südliche Innenstadt (Isartor, Sendlinger Tor), eine Anbindung an die U-Bahnlinie U4. Somit gelangen die BewohnerInnen ohne weiteres Umsteigen zum Stachus und Hauptbahnhof.

  8. Wie sieht die Tram im Stadtbild aus?
    Visualisierung Fritz-Meyer-WegDie Tram fügt sich in ansprechender Form ins Stadtbild ein und wird gestalterisch anspruchsvoll im Straßenraum umgesetzt. Über die gesamte Länge fährt die Tram auf einem Rasengleis im Mittelstreifen der Straße. Sie ist somit zu 100% vom Individualverkehr baulich abgegrenzt und in Verbindung mit einer Priorisierung des öffentlichen Verkehrs an den Knotenpunkten entsteht hier eine "Grüne Welle" auf der ganzen Strecke.
    Die bereits in den 60er Jahren aufgestellten Straßenbeleuchtungsmasten im Mittelstreifen waren ursprünglich bereits für die Aufnahme eines Fahrleitungstragwerkes vorgesehen. Sie genügen aber nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen und mussten daher ersetzt werden. Die bestehende Straßenbeleuchtung entspricht von der Lichtverteilung her nicht mehr den bei Neu- oder Umbau anzuwendenden Vorschriften - die Gehbahnen werden großteils vom Mittelstreifen aus nicht ausreichend gleichmäßig beleuchtet, es existieren stark verschattete Bereiche. Daher wurde die Straßenbeleuchtung im Rahmen des Projekts in den Seitenbereich verlegt, die Masten wurden überwiegend zwischen den Alleebäumen im Baumgraben errichtet. Die im Mittelstreifen verbleibenden Fahrleitungsmasten können als Mittelmasten deutlich schlanker ausfallen und müssen nicht mehr so hoch wie bisher sein, da die Straßenbeleuchtung ja nicht mehr oben aufgesetzt wird. Wo es möglich war, wurden die Fahrleitungs- oder Beleuchtungsmasten mit den Ampelanlagen kombiniert.
    Erstmals realisierten die Stadtwerke München ein neues Fahrleitungssystem, das im besonderen Maße stadtbildverträglich erscheint. Es handelt sich dabei um eine Seilgleiterfahrleitung, die ohne Tragseil auskommt. Damit ist das neue System im Straßenraum optisch weniger präsent.
    Ein weiterer Schwerpunkt der anspruchsvollen Gestaltung ist die Grüngestaltung: je nach Länge wurden die Haltestellen mit 8 bis 10 Bäumen begrünt. Das Rasengleis zwischen den Haltestellen wurde längsstrukturiert: neben dem stets gleich breiten Gleiskörper mit kurzem dichten Rasen erhalten die in ihrer Breite variablen Randzonen farbige Akzente, etwa durch Saatgutmischungen mit Wiesenblumen oder Kräutern.

  9. Wie sieht es mit der Lärmbelästigung durch die neue Tram aus?
    Es wurde eine schall- und erschütterungsoptimierte Bauweise für die Gleise eingesetzt. Dadurch können die gesetzlich festgelegten Grenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung (16.BImSchV) für alle Anwesen entlang der Strecke eingehalten werden.

  10. Wurden für die Tram Bäume gefällt?
    Der Mittelstreifen in der Cosimastraße musste für die Tram St. Emmeram von sämtlichem Bewuchs freigemacht werden. Ansonsten wurde die Trassenlage soweit möglich zur Schonung des übrigen Baumbestandes im Straßenraum optimiert. Für die unvermeidbaren Verluste von Bäumen, Gehölzen oder Heckenstrukturen wurde gem. Art. 6a BayNatSchG an anderer Stelle ein Ausgleich bzw. Ersatz geleistet. Dies sieht auch die Baumschutz-Verordnung der Landeshauptstadt München vor, in deren Geltungsbereich der betroffene Baumbestand zu großen Teilen lag. Zur Kompensation dieser Eingriffe wurden Maßnahmen wie Neupflanzungen im betroffenen Straßenrandbereich (ca. 133 neue Bäume), auf den Haltestelleninseln (ca. 85 neue Bäume) und in bestehenden Grünflächen (St. Emmeram ca. 28, am Effnerplatz ca. 15 neue Bäume) vorgesehen. Des Weiteren sind Entsiegelungsmaßnahmen z. B. im Bereich der Wendeschleife St. Emmeram getroffen worden. Mit diesen über 250 Pflanzungen vor Ort konnte der Kompensationsbedarf von ca. 200 nach Baumschutzverordnung geschützten Bäumen deutlich übertroffen werden.

  11. Sind durch die Tram nach St. Emmeram Parkplätze weggefallen?
    Die Erhaltung von ausreichendem Parkraum stand neben anderen Belangen bei allen Planungsüberlegungen mit im Fokus. Durch den breiten Mittelstreifen in der Englschalkinger Straße und in der Cosimastraße, der Anfang der 60er Jahre für eine Tramstrecke angelegt wurde, wurde in diesem Straßenzug nur relativ wenig Straßenraum für das Tramprojekt benötigt. Nur in den Bereichen der Haltestellen und Straßenkreuzungen war es nicht vermeidbar, dass Parkplätze entfallen mussten um den fließenden Verkehr mit Tram, PKW und Fahrrädern zu organisieren. Auch nach Realisierung des Tram-Projektes bestehen noch ausreichend Parkmöglichkeiten am Straßenrand im Quartier.

  12. Was passiert nach Einführung der Tram mit der Buslinie 59?
    Die Buslinie 59 wurde durch die Tram St. Emmeram ersetzt. Damit entstehen durch den höheren Fahrkomfort und zusätzliche Direktverbindungen neue Anreize zum Umsteigen auf den öffentlichen Personennahverkehr.

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