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Fahrgäste sind Klimaschützer: Wer Bus und Bahn statt Auto
fährt, vermeidet CO2. Ein durchschnittlich ausgelasteter
Linienbus stößt pro Fahrgast weniger als ein Drittel der
Treibhausgase eines durchschnittlich besetzten Pkw aus. In der
Verkehrsspitze beträgt die CO2-Emission eines herkömmlichen
Stadtbusses sogar nur etwa 5 Prozent des vergleichbaren
Pkw-Ausstoßes. Ein möglichst gut ausgebautes und gut genutztes
ÖPNV-Angebot wie in München ist daher ein wichtiger Beitrag
zum Klimaschutz. Massiv steigende Treibstoffpreise und die
Endlichkeit der Verfügbarkeit fossiler Treibstoffe rücken
allerdings auch im ÖPNV immer mehr die Frage in den
Mittelpunkt, wie der Energieeinsatz weiter reduziert werden
kann. Eine verbesserte Verbrauchsbilanz könnten Hybridbusse
vorweisen, deren Verbrennungsmotor durch einen Elektroantrieb
unterstützt wird. Das erste Testfahrzeug dieser Art geht jetzt
in München in den Regelbetrieb. Es handelt sich um einen
dreiachsigen Hybrid-Gelenkbus des Herstellers Solaris, den die
Stadtwerke München (SWM) für das Busnetz der Münchner
Verkehrsgesellschaft (MVG) gekauft haben.
Einsatz auf der MetroBus-Linie 52
Der Hybridbus fährt zunächst auf der MetroBus-Linie
52 zwischen Marienplatz und Tierpark - voraussichtlich ab
Mittwoch, 27. August. Er wird von geschulten Fahrerinnen und
Fahrern gesteuert, die mit den Besonderheiten von
Hybridfahrzeugen vertraut gemacht wurden. Fahrgäste erkennen
den neuen Bus unter anderem an der Aufschrift "Hybrid-Technik
im Test bei der MVG", die auf das innovative Innenleben des
Fahrzeugs aufmerksam macht (Wagennummer 5340).
Test auf Herz und Nieren
Mit
dem neuen Fahrzeug steigen SWM/MVG in den Dauertest der
Hybridtechnik ein. Die Erprobung des Busses im Alltagsbetrieb
der MVG soll zeigen, wie sich das Fahrzeug im alltäglichen
Regelbetrieb mit Fahrgästen bewährt, vor allem aber, welche
Energiebilanz mit dieser Technik zu erreichen ist. SWM/MVG
erwarten, dass der Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu
herkömmlichen Dieselbussen um rund 20 Prozent zurückgeht.
MVG Chef Herbert König: "Entscheidend für den Erfolg der
Hybridtechnik ist nicht nur, dass die Technik zuverlässig
funktioniert, sondern auch, dass eine wirtschaftliche
Beschaffung möglich wird. Dies ist heute noch nicht gegeben -
Hybridbusse sind noch wesentlich teurer als konventionelle
Busse. Die Wirtschaftlichkeit ist aber Voraussetzung für eine
Serienanschaffung von Hybridbussen, weil die Fahrzeuge aus
Fahrgeldeinnamen finanziert werden müssen. Wäre neue Technik
unwirtschaftlicher, könnten entsprechend weniger Busse
eingesetzt werden. Das Angebot würde also schlechter. Das wäre
natürlich gerade in Sachen Klimaschutz der falsche Weg."
Bequem für Fahrgäste
Aussehen und Ausstattung des neuen Hybridbusses gleichen den
im August 2008 in Betrieb genommenen Solaris-Gelenkbussen der
neuesten Generation. Auffälligste Neuerung ist die zusätzliche
vierte Tür im Heck, die den Fahrgastfluss optimieren soll.
Selbstverständlich ist das durchgehend niederflurige Fahrzeug
wieder behindertengerecht ausgestattet (Absenkmöglichkeit und
Klapprampe). Es verfügt über Klimaanlage, Videoüberwachung und
Flachbildmonitore für die Kundeninformation und bietet
insgesamt 106 Fahrgästen Platz.
MVG Chef König: "Wir freuen uns natürlich auf
Kundenreaktionen und sind gespannt darauf, ob unsere Fahrgäste
Unterschiede zu herkömmlichen Bussen wahrnehmen. Der
Hersteller verspricht unter anderem einen geringeren
Geräuschpegel und eine ‚sanftere Fahrdynamik’ als bei
herkömmlichen Bussen."
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